10 Wochen lang Vollgas für Jesus

By 8. Oktober 2019Allgemein

Es ist 6.45 Uhr und die Luft ist noch frisch. Während sich unser Auto dem Ziel nähert, wandern unsere Gedanken zu dem, was nun vor uns liegt. Wir sind zu fünft, eigentlich zu fünfeinhalbt, wenn man das mitreisende Baby mitzählt. Und wir bilden diesen Sommer das Leitungsteam der CAMISSIO-Camps: Jes Misner, Josua Adrian, Alena Dörr, Dennis und Nina Strehl mit ihrer kleinen Tochter Honey. Vor uns liegen zehn Wochen mit 15 Camps und knapp 1000 Kindern, denen wir den Sommer ihres Lebens bereiten und von Gottes unfassbarer Liebe erzählen wollen. Hinter uns steht eine Armee von 170 Mitarbeitern. Die meisten von ihnen werden mehrere Wochen lang mit uns unterwegs sein.

Fünf Minuten später sind wir da. Jetzt geht’s los. Camp 1, Tag 1 in Saarbrücken. Let’s go! Gleich wird getanzt, gesungen, gespielt, gelacht, gebetet und gequatscht. Zu den Highlights zählen für die Kinder ohne Frage immer wieder unsere XXL-Spiele, wie der Hindernisparcours und die Wasserrutsche. Aber was bei den Kindern hängen bleibt, ist mehr: Bei CAMISSIO werden die Kinder gefeiert. Wenn unsere Camp-Kinder am Freitag nach Hause gehen, sollen sie wissen, dass Gott im Himmel sie liebt, dass sie wertvoll und gut gemacht sind und dass es auf der Erde eine Familie gibt, zu der sie dazugehören und die sie anfeuert. Und genau das erfahren sie.

Unser größtes Camp fand in Siegen-Eiserfeld bei der Calvary Chapel statt. Für 180 Kids hatten wir unsere beiden Teams dort versammelt. Aufgrund der hohen Temperaturen waren beide Wasserrutschen im Dauerbetrieb.

In Siegen-Geisweid durften wir einige muslimische Kinder im Camp begrüßen. Manchen Programmpunkten begegneten sie skeptisch, doch als wir am Ende der Woche bei der „Charakterkarten“-Übergabe Worte der Ermutigung und Liebe über ihnen aussprachen, war die muslimische Mutter zu Tränen gerührt.

Das verregnetste Camp hatten wir wohl in Dissen am Teutoburger Wald. Die Wasserrutsche blieb im Lastwagen, das Camp fand in einer großen Sporthalle statt. Darin konnten wir den Hindernisparcours und den „Käseturm“, wie wir eine Hüpfburg liebevoll nennen, aufbauen und den Kids eine unvergessliche Woche bescheren.

Firrel in Ostfriesland gehörte zu den neuen Standorten, die wir in diesem Jahr versorgt haben. Vor Ort gab es weder Handynetz noch Internet. Und doch oder genau deswegen erlebten wir eine energiegeladene Woche mit den Kids und waren von der besonderen Gastfreundschaft unserer Gastfamilien gesegnet.

Ein Camp, das uns ganz besonders in Erinnerung bleiben wird, ist das in Hückeswagen im Oberbergischen. Auch hier waren wir zum ersten Mal. Um genug Platz für CAMP2GO zu schaffen, hatten die Gemeindemitglieder eigens einen Hügel abgetragen und eine Wiese angepflanzt! Die Kirche in Hückeswagen hat uns mit ihrer Herzlichkeit, ihrer dienenden Einstellung, ihrer Bereitschaft und ihrem Zusammenhalt überrascht. Als die Gemeindemitglieder sich entschlossen hatten, CAMP2GO durchzuführen, setzten sie sich mit voller Kraft ein, damit dieses Camp ein Erfolg würde. Doch es fehlte noch an Platz. Im Gebet erhielten sie die Antwort: „Berge müssen weichen.“ Da begriffen sie: Der Erdhügel neben dem Parkplatz musste weichen. Und so trug ein Landschaftsgärtner aus der Gemeinde gemeinsam mit Helfern den ganzen Hügel ab. Ein anderer Mann bewässerte über Monate täglich zusammen mit seiner Tochter das Gras. Doch nicht nur die Vorbereitungszeit, auch die ganze Woche vor Ort zeugte von dem enormen Einsatz, dem starken Zusammenhalt und der großen Liebe dieser Kirchenfamilie.

Jeder Einsatz war auf seine eigene Art und Weise besonders und gesegnet. Gott hat in jeder Woche gewirkt, Kinder haben Gott als liebenden Vater kennengelernt und Jesus angenommen. Unser Mitarbeiterteam wurde gesegnet und ist über sich selbst hinausgewachsen. Uns waren die Mitarbeiter eine große Freude und die Atmosphäre im Team war voller Leidenschaft, Freude und Hunger nach dem, was Gott vorhat. Was uns diesen Sommer erleichtert und überhaupt ermöglicht hat, ist eine ausgewählte Gruppe von Mitarbeitern. Zum ersten Mal gab es ein Kernteam aus erfahrenen Leuten, die besondere Verantwortung für einen bestimmten Bereich übernahmen (z. B. Technik, Medien, Equipment). So war es möglich, dass an alles gedacht wurde, bei Problemen schnell eine Lösung gefunden wurde und die Kinder stets im Mittelpunkt stehen konnten. Wir sind wirklich sehr dankbar für dieses Team!

Es gäbe noch so viel, was wir euch von unserem Sommer berichten könnten. Wir wollen an dieser Stelle einfach ein riesiges DANKE sagen. Denn durch eure Gebete, durch eure Mithilfe – z. B. der LKW-Fahrer – und durch eure finanzielle Unterstützung war dieser Sommer möglich. Es war ein voller Erfolg. Kinder haben Gottes Liebe erfahren und Freundschaft mit Jesus geschlossen, Eltern wurden entlastet und haben teilweise zum ersten Mal die wunderbaren Kirchen in ihrer Umgebung kennengelernt. Die Partnergemeinden vor Ort wurden in ihrem Auftrag unterstützt, ihre Nachbarschaft zu erreichen. Mitarbeiter wurden in ihrem Glauben gestärkt und sind in ihrer Persönlichkeit gewachsen. Als CAMISSIO-Team und *dzm schauen wir zurück auf einen wundervollen, ziemlich verrückten, absolut gesegneten Sommer, den wir nicht so schnell vergessen werden.

In den sozialen Internet-Netzwerken findet ihr noch viel mehr Berichte, Fotos und Videos unserer Camps. Dazu braucht es auch keine Anmeldung auf den jeweiligen Plattformen. Schaut selbst: www.facebook.com/camissio und instagram.com/camissiocamp2go

Rund 2500 Kinder konnten wir in den 35 Camps der letzten fünf Jahre erreichen. Gott wirkt und er ist noch lange nicht fertig. Ist das nicht wunderbar? Für 2020 sind bereits viele Bewerbungen eingegangen.

Wir wollen weiterwachsen und sehen die riesigen Möglichkeiten, mit denen wir als Team aus Betern und Mitarbeitern, aus Spendern und lokalen Helfern Großes leisten und eine Generation für Jesus gewinnen können.

Nina Strehl, Kernteam CAMISSIO

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